Bedeutung des Blitz- und Überspannungsschutzes

Die entscheidende Aufgabe des Blitz- und Überspannungsschutzes ist es, sowohl Personen, als auch private und öffentliche Gebäude, Industriebetriebe und alle darin befindlichen Geräte zu schützen. So lassen sich kostenintensive Blitz- und Überspannungsschäden vermeiden.

Personenschäden

Personenschäden

Ein zuverlässiger Blitzschutz schützt Personen vor Verletzungen oder sogar Tod durch Blitzeinschläge im eigenen Wohngebäude oder öffentlichen Einrichtungen (z.B. Fußballstadion oder Krankenhäuser).

Brandgefahr

Brandgefahr

Ein direkter Blitzeinschlag kann Brände an Gebäuden verursachen. Besonders in der Prozessindustrie und ATEX-Zonen (explosionsgefährdete Bereiche) kommt dem Blitzschutz daher eine wichtige Bedeutung zu.

Sachschäden

Sachschäden

Alle elektrischen und elektronischen Geräte können durch Überspannungen beschädigt werden. Ein wirtschaftlicher Verlust sowie der Verlust von persönlichen Daten und Informationen können die Folge sein.

Produktionsausfall

Produktionsausfall

Der Stillstand einer Fertigungsanlage hat wirtschaftliche Folgen. Durch den Schutz vor Blitzeinschlägen und Überspannungen können kostspielige Reparaturen und Ausfallzeiten vermieden werden.

Verlust von Daten und Informationen

Verlust von Daten und Informationen

Die fehlende Verfügbarkeit von Daten und Informationen kann z.B. im Transportwesen erhebliche Folgen haben. Ein gutes Beispiel sind der Kontrollturm und Server auf einem Flughafen.

Blitz- und Überspannungsschäden in 2024

GDV Blitzbilanz-Grafik 2023

Der GDV veröffentlicht jährlich eine aktuelle Blitzbilanz, in der die Anzahl an Schäden und deren Versicherungsleistung angegeben werden. Im Jahr 2024 betrug die Schadenssumme 350 Millionen € für 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden. Der hohe Schadensdurchschnitt lässt sich durch die immer bessere technische Ausstattung der Gebäude und Häuser erklären.*

*Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.; vorläufiger Stand Juni 2025

Was sind Überspannungen?

Orte Blitzeinschläge

Überspannungen sind extrem hohe Spannungen, die außerhalb des Toleranzbereiches der Nennspannung liegen. Sie besitzen sehr steile Anstiegszeiten und können die Isolation und Funktion elektrischer und elektronischer Bauelemente stören oder sogar zerstören.

Allgemein werden zwei Arten von Überspannungen unterschieden:

  • Überspannungen, die durch Schalthandlungen oder atmosphärische Einflüsse entstehen

  • Überspannungen aufgrund von Blitzeinschlägen

Bei den Blitzeinschlägen wird zusätzlich zwischen direkten Blitzeinschlägen in die bauliche Anlage (S1), Blitzeinschlägen neben die bauliche Anlage (S2), Blitzeinschlägen in die Versorgungsleitungen (S3) oder Blitzeinschlägen neben den Versorgungsleitungen (S4) unterschieden.

Welche Blitzarten gibt es?

Wolke-Erde-Blitz

Der Ausgleich findet zwischen der elektrisch geladenen Gewitterwolke und der Erdoberfläche statt. Die Blitzentladung beginnt abwärtsgerichtet, von der Wolke zur Erde. Sie treten häufig in flachem Gelände und bei niedrigen Gebäuden auf. Die Verästelungen sind zur Erde hin gerichtet.

Erde-Wolke-Blitz

Die elektrischen Entladungen gehen von der Erdoberfläche aus und steigen in die Gewitterwolke hoch. Ausgelöst werden diese Blitze von hohen Objekten (Türme, Funkmasten oder Berggipgel). Die Verästelungen bewegen sich von der Erde zur Wolke.

Wolkenblitz

Die elektrischen Entladungen finden innerhalb einer oder zwischen verschiedenen Wolken statt. Die Art der Blitze treten häufig auf und sind oft als Wetterleuchten am Himmel sichtbar.

Ausbreitung eines Blitzeinschlags

Blitzeinschlag Reichweite

Direkte oder nahe Blitzeinschläge im Umkreis von ca. 2 km können Überspannungen verursachen, die über die Energie-, Telefon-, Daten- und MSR*-Leitungen ins Gebäude gelangen. Innerhalb dieses Umkreises können die Störgrößen galvanisch, induktiv oder kapazitiv in das System eingekoppelt werden.

Weitaus häufiger als Blitzeinschläge treten jedoch Überspannungen durch Schalten induktiver Lasten, durch Schalthandlungen der Energieversorger oder durch veraltete und defekte Elektrogeräte auf.

*Messen-Steuern-Regeln

Überspannungsschutzkonzept

Überspannungsschutzkonzept

Die Idee des Überspannungsschutzkonzeptes ist es, Überspannungen nach und nach auf ungefährliche Werte zu begrenzen. In der DIN VDE 0110-1 wird der Überspannungsschutz für die Energieeinspeisung und -verteilung hierfür in drei Bereiche aufgeteilt:

  • Einspeisung
  • Unterverteilung und
  • Endgeräte/Steckdosen

Das Endgerät besitzt eine Isolationsfestigkeit von 1,5 kV. Um diese durch Störimpulse und Überspannungen nicht zu zerstören, werden Blitz- und Überspannungsableiter eingesetzt.

Typ I - Blitzstromableiter

Der Blitzstromableiter (Typ I) leitet an der Einspeisung oder der Hauptverteilung die Störimpulse direkt zur Erde ab und begrenzt sie auf Spannungen unter 6 kV.

Die Isolationsfestigkeit von der Einspeisung bis zur Hauptverteilung beträgt 6 kV.

Typ II - Überspannungsableiter

Der Überspannungsableiter (Typ II) wird normalerweise in der Unterverteilung installiert und begrenzt die Spannung anschließend auf unter 4 kV.

Die Isolationsfestigkeit von der Hauptverteilung bis einschließlich der Unterverteilung beträgt 4 kV.

Typ III - Endgeräte-Überspannungsschutz

Der Endgeräte-Überspannungsschutz (Typ III) sitzt letztendlich direkt vor dem zu schützenden Gerät und begrenzt die Spannung auf unter 2,5 kV.

Die Isolationsfestigkeit von der Unterverteilung bis zum Endgerät beträgt 2,5 kV.

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