Die entscheidende Aufgabe des Blitz- und Überspannungsschutzes ist es, sowohl Personen, als auch private und öffentliche Gebäude, Industriebetriebe und alle darin befindlichen Geräte zu schützen. So lassen sich kostenintensive Blitz- und Überspannungsschäden vermeiden.
Ein zuverlässiger Blitzschutz schützt Personen vor Verletzungen oder sogar Tod durch Blitzeinschläge im eigenen Wohngebäude oder öffentlichen Einrichtungen (z.B. Fußballstadion oder Krankenhäuser).
Ein direkter Blitzeinschlag kann Brände an Gebäuden verursachen. Besonders in der Prozessindustrie und ATEX-Zonen (explosionsgefährdete Bereiche) kommt dem Blitzschutz daher eine wichtige Bedeutung zu.
Alle elektrischen und elektronischen Geräte können durch Überspannungen beschädigt werden. Ein wirtschaftlicher Verlust sowie der Verlust von persönlichen Daten und Informationen können die Folge sein.
Der Stillstand einer Fertigungsanlage hat wirtschaftliche Folgen. Durch den Schutz vor Blitzeinschlägen und Überspannungen können kostspielige Reparaturen und Ausfallzeiten vermieden werden.
Die fehlende Verfügbarkeit von Daten und Informationen kann z.B. im Transportwesen erhebliche Folgen haben. Ein gutes Beispiel sind der Kontrollturm und Server auf einem Flughafen.
Der GDV veröffentlicht jährlich eine aktuelle Blitzbilanz, in der die Anzahl an Schäden und deren Versicherungsleistung angegeben werden. Im Jahr 2024 betrug die Schadenssumme 350 Millionen € für 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden. Der hohe Schadensdurchschnitt lässt sich durch die immer bessere technische Ausstattung der Gebäude und Häuser erklären.*
*Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.; vorläufiger Stand Juni 2025
Überspannungen sind extrem hohe Spannungen, die außerhalb des Toleranzbereiches der Nennspannung liegen. Sie besitzen sehr steile Anstiegszeiten und können die Isolation und Funktion elektrischer und elektronischer Bauelemente stören oder sogar zerstören.
Allgemein werden zwei Arten von Überspannungen unterschieden:
Bei den Blitzeinschlägen wird zusätzlich zwischen direkten Blitzeinschlägen in die bauliche Anlage (S1), Blitzeinschlägen neben die bauliche Anlage (S2), Blitzeinschlägen in die Versorgungsleitungen (S3) oder Blitzeinschlägen neben den Versorgungsleitungen (S4) unterschieden.
Direkte oder nahe Blitzeinschläge im Umkreis von ca. 2 km können Überspannungen verursachen, die über die Energie-, Telefon-, Daten- und MSR*-Leitungen ins Gebäude gelangen. Innerhalb dieses Umkreises können die Störgrößen galvanisch, induktiv oder kapazitiv in das System eingekoppelt werden.
Weitaus häufiger als Blitzeinschläge treten jedoch Überspannungen durch Schalten induktiver Lasten, durch Schalthandlungen der Energieversorger oder durch veraltete und defekte Elektrogeräte auf.
*Messen-Steuern-Regeln
Die Idee des Überspannungsschutzkonzeptes ist es, Überspannungen nach und nach auf ungefährliche Werte zu begrenzen. In der DIN VDE 0110-1 wird der Überspannungsschutz für die Energieeinspeisung und -verteilung hierfür in drei Bereiche aufgeteilt:
Das Endgerät besitzt eine Isolationsfestigkeit von 1,5 kV. Um diese durch Störimpulse und Überspannungen nicht zu zerstören, werden Blitz- und Überspannungsableiter eingesetzt.